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Friday, October 28, 2011

IMA legga: IMA Multibar

zuletzt besucht: 21.10.2011
Wo: Kleine Bockenheimer Straße 14, Frankfurt
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Warum eigentlich in die Innenstadt gehen, wenn man in den Bornheimer Gassen gut speisen kann? Sicher, das Restaurant Heimat auf der Berliner Straße ist definitiv einen Besuch wert aber das hält der Geldbeutel ja nicht in aller Regelmäßigkeit aus. Man tut der der Innenstadt wahrscheinlich Unrecht und daher werde ich versuchen mich in Zukunft  aufzuraffen um dort auf Entdeckungsreise zu gehen. Wie es der Zufall so will geht mein Arbeitskollege für eine längere Zeit zurück in die USA und da das Hotel in dem er am Abend vor seinem frühen Flug nächtigt nicht weit von der Freßgass entfernt ist, führen mich meine Recherchen sowie zurück in Erinnerung gerufene Empfehlungen dazu, das kleine informelle Abschiedsessen in der IMA Multibar abzuhalten. Wir sind zu dritt und ich hatte nachmittags angerufen und reserviert und sollte dieser Freitag als Maßstab gelten, dann ist dies auch zu empfehlen. Der kleine Laden ist minimalistisch eingerichtet ohne kalt zu wirken und vom DJ Pult vor den Toiletten wird der Raum mit angenehmer Musik beschallt.

Die Tische stehen ziemlich eng und mittags wird es hier wahrscheinlich etwas stressig aber sowas stört mich nicht. Wenn man sich vorher informiert, dann weiß man eigentlich recht genau wo man mit welcher Atmosphäre zu rechnen hat und daher fließen solche Dinge nicht in meine Bewertung ein. Schließlich geht man an einem Samstagabend für ein Candlelight-Dinner nicht zum McDonalds oder hält in Hamburg am Hafen nicht eben mal schnell mit dem Auto bei Henssler & Henssler (übrigens sehr lecker) und will schnell eine Dorade-to-go.

Wir laufen an der offenen Küche vorbei und setzen uns an unsere Plätze. Die Karte ist glücklicherweise übersichtlich - vereinfacht dies doch die Auswahl und könnte auf ein "wenig aber gute Auswahl" Konzept hinweisen. Darüberhinaus erleichtert es mir doch den Übersetzungsaufwand deutlich.

Die Karte besteht aus Wraps, orientalischen Platten (Hummus, Avocadocreme oder Freestyle mit zusätzlich Cous-Cous, Kartoffel-Kichererbsen-Püree usw.), Baked Potato und Salaten. Zu den Vorspeisenplatten und Salaten kann man sich reichlich Extras wie z.B. Gemüse, Hackfleisch, Rind- oder Hähnchenfleisch, geräucherte Entenbrust, gebratenen Ziegenkäse und einiges mehr bestellen.

Wir entscheiden uns für die große Freestyleplatte (€ 8), einen kleinen Salat mit Rindfleisch (€ 4,50 + € 3), einen Wrap mit geräucherter Entenbrust, Salat, Ananas-Mango-Minz-Chutney, Sourcream und Balsamico Dressing und einen mit Tiger Prawns, Salat, Kartoffel-Kichererbsen-Püree, hausgemachter Chilli-Vanille-Marmelade, Joghurt-Wasabi-Dressing und Asia Dressing (€ 8,50 bzw. € 9). Zum Salat empfiehlt uns dies nette Bedienung ein Himbeer - aargh-ich-hab-es-vergessen-Dressing. Die Tafel mit einem tagesaktuellen Gericht lassen wir aufgrund des Erstbesuches erstmal außer acht. Der Preis von unter € 10 pro Speise nährt unsere Befürchtung, dass uns aufgrund der hippen Lage gleich Miniportionen auf den Tisch gestellt werden. Diese erfüllt sich glücklicherweise nicht. Im Gegenteil: Aufgrund der Größe des Wraps kann jeder mal probieren und alle sind sich einig: Wow, Schmeckt frisch und gesund! Die vielen Saucen und Chutneys im dünnen Fladenbrot halten sich dezent zurück und ergänzen die Entenbrust bzw. die Tiger Prawns als perfekten Support Act. Der kleine Salat ist frisch und knackig, das Himbeer - aargh-ich-hab-es-vergessen-Dressing passt super zum Rindfleisch und ergibt insgesamt eine richtig ansehnliche Portion. Die Freestyleplatte zeigt selbst alteingesessenen orientalischen Pendants, dass Wasserpfeifen und Sitzkissen noch lange nicht mit gutem Essen korrelieren und ist in wenigen Augenblicken mit Hilfe der Brotbeilage blankgeputzt.

Ich bekomme gerade beim Schreiben schon wieder Hunger...also € 32,50 (exkl. Getränke)...hingehen!

Kleiner Salat mit Rindfleisch

Große Freestyleplatte

Wrap - Geräucherte Entenbrust

Thursday, October 13, 2011

Scharfer Engel aus Thailand: Suvadee

zuletzt besucht: 10.10.2011
Wo: Baumweg 19, 60313 Frankfurt am Main, Tel: 069 49 40 764
Wo: Steinweg 7, 60316 Frankfurt am Main, Tel: 069 28 54 77
Öffnungszeiten: Steinweg: 12 - 23 Uhr durchgehend geöffnet, Sonntags Ruhetag, Baumweg: 12 - 15 Uhr und 18 - 23 Uhr, Samstags und Sonntags durchgehend geöffnet, Montags Ruhetag

Gleich zweimal ist das Suvadee (zu Deutsch: Engel) in Frankfurt vertreten - einmal am unteren Ende der Berger Straße und einmal in der Innenstadt nähe Hauptwache.

Nach einigen, sehr zufriedenstellenden, Besuchen der Lokalität im östlichen Nordend, entscheiden wir uns diesen Abend für das Restaurant in der Innenstadt. Hier werden wir freundlich empfangen und zu unserem Tisch für Zwei geführt. Wir hatten nicht reserviert, da die Entscheidung draußen zu essen eine Spontane war und wir darüberhinaus mit unserer Vermutung richtig lagen, dass an einem Montag mit Sicherheit noch einige Plätze frei sind. Aus Erfahrung lässt sich sagen, dass man für das Suvadee am Baumweg vorab reservieren sollte und laut Bekanntenkreis gilt dies im Regelfall auch für die Innenstadt.

Erfreulich: Durchaus genießbare Ausschankweine fangen schon bei € 3,90 an und hören schon bei € 5,90 pro Glas auf. Eine willkommene Abwechslung zu Lokalen in angenehmer Lage, die vermeintlich günstige Essenspreise mit horrenden Preisen für schlechte Weine ausgleichen.

Die Entscheidung uns einen Salat (Yam Pla Muek mit Tintenfisch, Tomaten, Zitronensaft, Chili, Pfefferminze und Koriander - € 13,50) und eine Hauptspeise (Kiuw Waan Nuea mit Rindfleisch, getrocknete rote Chili, Zitronengras, Knoblauch, Scharlotten u.v.m, € 12,90) zu teilen, stellte sich aufgrund der sättigenden Portion als richtig heraus.

Wobei der zweite Happen des Salates uns die Entscheidung schon fast bereuen lässt: Wider früherer Erfahrung und anscheinend bar jeder Vernunft nahmen wir die Anmerkung "sehr scharf" in der Karte wohl nicht ernst. Hieran ist wohl zum einen der inflationäre Gebrauch der Begriffe "sehr", "scharf" und "pikant" bei anderen Adressen schuld, bei denen man immer "sehr scharf" bestellen muss um überhaupt etwas Pikantes vorgesetzt zu bekommen und zum anderen der Übermut eines Inders - meiner!

Nicht hier: Das Ding ist höllisch scharf, doch vor allem der zitronige Sud ist so dermaßen lecker, dass wir nicht anders können als weiter zu essen. Daneben schwächt das Kiuw Waan Nuea, in der Speisekarte übrigens als "scharf" deklariert, die Schärfe des Salates fast schon ab. 

Hier lautet die Regel also: Alles was "sehr scharf" ist, kann als brutal bezeichnet werden. Alles was " scharf " ist als sehr scharf. Sollte Eure Zunge nicht über Jahre hinweg trainiert worden sein, empfiehlt es sich "leicht" scharfe Gerichte zu wählen.

Wir waren an der Schmerzgrenze ohne diese gänzlich zu überschreiten aber wir waren uns einig: Extrem lecker! Der Salat hat genau die richtige Temperatur, der Tintenfisch ist nicht zu zäh und der Sud mit den vielen roten Chilistücken ist eine Augenweide. Das Gemüse im Hauptgang ist knackig und jede einzelne Ingredienz kommt zur Geltung, ohne dass jedes Gericht, wie leider so oft, in Zitronengras, extrem seifigen Thai-Basilikum und Kokosmilch ertränkt wird. Selbst die Reisbeilage verputzen wir aufgrund des Aromas und der leicht salzigen Note komplett.

Wir sind satt und die zugeführten Kalorien wurden wohl gleich während des Essens wieder ausgeschwitzt! Wir zahlen € 27 exkl. Getränke und wundern uns über die Beliebtheit des überschätzten, überkandidelten, überteuerten und nachlassenden Rama V (Vilbeler Straße 32, nähe Konstablerwache). 

Bis bald Engel!


PS: Leider gibt es diesmal keine Empfehlung, da die Auswahl riesig ist aber einen der exotischen Salate sollte man definitiv probiert haben.